Lebensraum für alle - barrierefrei


Die Basis für Barrierfreiheit ist eine ganzheitliche und vorausschauende Planung.

Lebensfreude, Aktivität, Individualität und Kreativität sind vorrangig maßgebende Ausgangspunkte. Eine barrierefreie Planung ist gleichzeitig ein Konzept, das individuelle Wünsche und persönliche Anforderungen berücksichtig: soziales Umfeld, Wohnkomfort und Bequemlichkeit, unter Berücksichtigung sich verändernder Gegebenheiten im Leben. Nachwuchs, der natürliche Alterungsprozess oder Krankheit können jeder Zeit dazu führen, dass das vertraute Umfeld schnell zu einer Umgebung mit Hindernissen werden kann. Grundsätzlich sind Wohnräume und das Wohnumfeld so zu gestalten, dass Menschen mit und ohne einem Handicap komfortabel und selbständig darin leben können und nicht zusätzlich "behindert" werden.

Lebensraum zum Wohlfühlen bringt pure Lebensqualität

Unser Rat
Barrierefreier Wohnraum ist immer eine Investition in die Zukunft:

  • vorsorglich
  • wertsteigernd
  • individuell
  • unabhängig

Wohnanpassung

Die Anpassung des Wohnraumes kann in verschiedenen Stufen mit unterschiedlichem Umfang erfolgen. Dabei sollte immer auf die stimmige Veränderung der Bereiche Wohnen, Arbeiten und Freizeit geachtet werden.

sofortige Maßnahmen
Wie oft im Leben, sind es kleine Veränderungen die bereits große Wirkungen erzielen können.

  • Stolperfallen wie Teppiche und Fußmatten entfernen
  • genügend Bewegungsfreiraum schaffen, 2 Menschen sollten ungehindert aneinander vorbei gehen können
  • genügend Abstellmöglichkeiten schaffen für Taschen, Hilfsmittel, Kinderwagen, Fahrrad, Rollstuhl etc.
  • unzweckmäßige Möbel entfernen
  • für ausreichende Beleuchtung sorgen
  • veraltete Armaturen durch bedienungsfreundliche Elemente ersetzen z.B. Einhebelmischarmatur mit Temperaturbegrenzer, günstig verstellbarer Duschkopf


bauliche Maßnahmen
Auf kurzfristige und oft unvorhersehbare Lebenssituationen, kann man mit kleinen baulichen Eingriffen schnell reagieren.

  • Nachrüsten eines zusätzlichen zweiten Handlaufs an der Treppe
  • Anpassung und Höhenausgleich sowie Sanierung ausgetretener Stufen
  • Beseitigung von Schwellen innerhalb der Wohnung durch schwellen freie Konstruktionen
  • ausreichende Rutsch- und Trittfestigkeit der Bodenbeläge
  • Installation von Haltegriffen, überall wo es notwendig ist
  • Austausch und Vergrößerung von zu schmalen Badtüren und Veränderung der Anschlagrichtung
  • Ersatz der Badewannen durch eine bodengleiche Dusche
  • Ersatz von zu niedrigen Toiletten durch höher angebrachte oder höhenverstellbare Modelle
  • große Glasflächen aus bruchsicherem Material und zusätzlich ausreichend kennzeichnen
  • Ergänzung von Steckdosen, Lichtschaltern an benötigten Stellen in erreichbarer Höhe
  • Installation von Bedienungselementen, Türöffner, Gegensprechanlage


Präventive Maßnahmen
Eine vorrausschauende Wohnanpassung in Bestandsbauten bedeutet, alle in Frage kommenden Gegebenheiten in die Maßnahmenplanung mit einzubeziehen, so z.B. den Auszug der Kinder und die damit verbundene Neuordnung des Lebensstandards. im Zuge einer beabsichtigten Sanierung, Renovierung oder Modernisierung lassen sich folgende Maßnahmen planen und umsetzen.

  • Planung der zur Verfügung stehenden Wohnfläche für eine variable Nutzung
  • Herausnehmen von statischen, nicht erforderlichen Wänden und nicht erforderlichen Türen
  • Planung und Einbau von Leichtbauwänden, um Räume später schnell und kostengünstig zusammenlegen bzw. deren Funktionen verändern zu können
  • Ausgleich der unterschiedlichen Höhen der Fußböden in den einzelnen Räumen zur Schaffung einer schwellenfreien Fläche
  • Umbau und Einbau von breiteren Türen mit einer Mindestdurchgangsbreite von 80 cm
  • Planung und Einbau von Leerrohren für eine spätere Installation von Kommunikationsbausteinen
  • Verlegung oder Veränderung des Hauseingangs für einen barrierefreien Zugang


rechtlich
DIN 18024-1, DIN 18040-1 und 18040-2 regeln vor allem allgemeine Aspekte der Architektur(Bewegungsflächen, Zugang, Bodenbeläge, etc.) sowie zentrale Installationsmaße. Die DIN-Normen geben aber auch Auskunft über
Merkmale einzelner Produkte, wie z.B. Toiletten, Waschtische, Armaturen und Griffe.

Quellen: BAKA, IWiA, 09/2008
Almanach Kompetenz Bauen im Bestand

Broschüre zum Download: T+T Barrierefrei PDF

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