Dach (Dachabdichtungen)

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Dachabdichtungen - Anforderungen

Dachfl√§chen mit einer Neigung unter 5¬į werden als Flachd√§cher bezeichnet. Anstelle einer Dachdeckung erhalten sie eine Dachabdichtung. Auch besonders beanspruchte Stellen bei D√§chern mit einer Neigung zwischen 5 und 25¬į k√∂nnen mit einer Dachabdichtung versehen...


Einleitung Dachfl√§chen mit einer Neigung unter 5¬į werden als Flachd√§cher bezeichnet. Anstelle einer Dachdeckung erhalten sie eine Dachabdichtung. Auch besonders beanspruchte Stellen bei D√§chern mit einer Neigung zwischen 5 und 25¬į k√∂nnen mit einer Dachabdichtung versehen werden. Grunds√§tzlich sind Dachabdichtungen f√ľr alle Dachformen geeignet. Sie werden auch gerne bei Sonderkonstruktionen wie z. B. Faltd√§chern, H√§ngewerken und kuppelartigen D√§chern benutzt. Flachd√§cher werden in der Regel mit Gef√§lle ausgef√ľhrt. Man unterscheidet Flachdachkonstruktionen prinzipiell in Warmd√§cher (einschaliges, nicht bel√ľftetes Flachdach) und Kaltd√§cher (zweischaliges, bel√ľftetes Flachdach) , Sonderkonstruktionen bilden das Umkehr- und das Duodach . Gegen√ľber geneigten D√§chern haben Flachd√§cher folgende Vorteile: geringes Eigengewicht der Dachhaut Belichtungsm√∂glichkeiten f√ľr innenliegende R√§ume zug√§ngliche Aufstellung technischer Aggregate (Be- und Entl√ľftung u. √Ą.) gestalterische Freiheit, z. B. sp√§tere Erweiterung, Aufsattelung u. √Ą. vielf√§ltige Nutzungsm√∂glichkeiten, z. B. als begehbare Oberfl√§che, z. B. Dachterrasse befahrbare Oberfl√§che, z. B. Parkdach oder Parkdeck begr√ľnte Oberfl√§che (intensiv oder extensiv), z. B. aus gestalterischen Gr√ľnden, Dachgarten Entsprechend des konstruktiven Aufbaus und der Nutzung eines Flachdaches werden an die verschiedenen Schichten, wie D√§mmung oder Abdichtung, aber auch an die Belichtung und Entw√§sserung zus√§tzliche Anforderungen gestellt. Da die tragende Konstruktion des Flachdaches in der Regel auch den inneren Raumabschluss als obere Decke bildet sind auch bauphysikalische Aspekte, wie ein ausreichender W√§rmeschutz und je nach Nutzung Schall- und Brandschutz zu gew√§hren. Flachdach Anforderungen Dachabdichtungen m√ľssen prim√§r folgende Anforderungen erf√ľllen: Eindringen von Niederschlagswasser in das zu sch√ľtzende Bauwerk verhindern. Art der Stoffe, Anzahl der Lagen und deren Anordnung sowie das Verfahren zur Herstellung der Dachabdichtung m√ľssen in ihrem Zusammenwirken und unter Ber√ľcksichtigung der Bewegungen der Unterlage die Funktion der Dachabdichtung sicherstellen. Dachabdichtungen m√ľssen wasserdicht an Durchdringungen, wie Dachabl√§ufe, Lichtkuppeln etc. und an aufgehende Bauteile angeschlossen werden. Sie m√ľssen auf sie einwirkende planm√§√üig zu erwartende Lasten weiterleiten. Dachabdichtungen m√ľssen bei Temperaturen von - 20 bis + 80 ¬įC funktionsf√§hig bleiben. Eine dauerhafte Funktionsf√§higkeit der Dachabdichtung wird durch die Dachneigung, Art der Beanspruchung, Auswahl der Stoffe, Art des Einbaus und Wartung beeinflusst. Begehbare Oberfl√§chen Im Gegensatz zu ungenutzten Flachdachfl√§chen m√ľssen begehbare Oberfl√§chen, die meist als Dachterrassen genutzt werden, √ľber einen entsprechend verkehrssicheren Belag und eine ausreichende M√∂glichkeit der Entw√§sserung verf√ľgen. Begehbares Flachdach Man unterscheidet dabei zwischen drei verschiedenen Konstruktionsprinzipien: eine Lagerung der Oberfl√§che, in der Regel aus gro√üformatigen Platten oder Holzrosten, auf Stelzlagern, eine lose Verlegung von Fliesen oder Platten in einem feink√∂rnigen Bett, das die Wasserdurchl√§ssigkeit zur wasserf√ľhrenden Abdichtungsschicht garantiert, eine frostfeste Verlegung kleinformatiger Fliesen und Platten in einem keramischen M√∂rtelbett. Als wasserf√ľhrende Schicht dient bei dieser Konstruktion die Oberfl√§che. Aufbau mit Stelzlagern Massivplatte Dampfsperre W√§rmed√§mmung Abdichtung auf Dampfdruckausgleichsschicht mit oberer Schutzlage Stelzlager 5 cm Betonplatten Aufbau mit wasserdurchl√§ssiger feink√∂rniger Schicht Stahlbeton Trennlage Abdichtung Extrudierter PS-Hartschaum Filtervlies Kiessch√ľttung, K√∂rnung 6/9 Beton- oder Natursteinplatten mit Fugenkreuzen Verlegung kleinformatiger Fliesen oder Platten in frostfestem keramischen M√∂rtelbett Massivdecke mit Gef√§lle Dampfdruckausgleich (Lochbahn) Dampfsperre W√§rmed√§mmung 3-lagige bitumin√∂se Abdichtung Trennlage (PE-Folie, 2-lagig) Einkornbeton Bewehrter Verlegem√∂rtel ? 4 cm Spaltplatten Trennfuge, oben mit dauerelastischer Abdichtung (e ca. 2 m/? 4 m2 ) Befahrbare Oberfl√§chen Im Gegensatz zu den begehbaren Flachd√§chern m√ľssen befahrbare, je nach dem zu erwartenden Verkehr (PKW, LKW), hohen Lasten standhalten. Sie k√∂nnen entweder als Parkterrasse, Parkdeck oder Hofkellerdecke ausgebildet sein. Auch abh√§ngig von der sich unter der Parkfl√§che befindenden Nutzfl√§che werden an sie unterschiedliche Anforderungen gestellt. Befahrbares Flachdach Befahrbares Flachdach - Konstruktionsprinzip I 1. Stahlbeton 2. Gef√§llebeton 3. Dampfsperre auf Dampfdruckausgleichsschicht bzw. Kunststoff-Dachabdichtung auf Trennlage 4. W√§rmed√§mmung WD oder WDS 9. Kies- bzw. Splittsch√ľttung 10. Filtervlies 11. Stahlbetonfahrbahn bzw. Pflaster Befahrbares Flachdach - Konstruktionsprinzip II 1. Stahlbeton 2. Gef√§llebeton 3. Dampfsperre auf Dampfdruckausgleichsschicht bzw. Kunststoff-Dachabdichtung auf Trennlage 4. W√§rmed√§mmung WD oder WDS 5. Flachdachabdichtung (mehrlagige Bitumenabdichtung) oder einlagige Kunststoff-Dichtungsbahn auf Trennlage) 7. doppellagige Trenn- bzw. Gleitschicht 9. Kies- bzw. Splittsch√ľttung 10. Filtervlies 11. Stahlbetonfahrbahn bzw. Pflaster 12. Trenn- und Dehnungsfuge mit Dichtung Begr√ľnte Oberfl√§chen Eine Dachbegr√ľnung weist sowohl beim Neubau als auch bei Sanierungen eine Vielzahl von Vorteilen unter verschiedenen Gesichtspunkten auf. Begr√ľntes Flachdach Bautechnische Vorteile Sommerlicher und winterlicher W√§rmeschutz Schallschutz Verminderung der Beanspruchung der Dachabdichtung durch UV-Strahlung, gro√üe Temperaturdifferenzen und mechanische Belastungen √Ėkonomische Vorteile Verl√§ngerung der Lebensdauer des Gesamtaufbaus Verminderung der W√§rmeverluste durch D√§mmwirkung Einsparung von Regenwassergeb√ľhren durch Wegfall versiegelter Fl√§chen Reduzierung abwassertechnischer Anlagen (z. B. Verminderung der Abflussquerschnitte von Fallleitungen) √Ėkologische und gestalterische bzw. st√§dtebauliche Vorteile Regenwasserr√ľckhaltung Verbesserung des Kleinklimas durch Staubbindung, Luftk√ľhlung und Erh√∂hung der Luftfeuchtigkeit Lebensraum f√ľr Flora und Fauna Arten der Dachbegr√ľnung Dachbegr√ľnungen werden abh√§ngig von ihrer Nutzung und den bautechnischen Gegebenheiten in Extensiv- und Intensivbegr√ľnung unterschieden. Extensivbegr√ľnung Als Extensivbegr√ľnung bezeichnet man Vegetationsformen, die sich weitgehend selbst erhalten und weiterentwickeln. Es werden Pflanzen, die besonders f√ľr extreme Standortbedingungen geeignet sind und wenig Pflege ben√∂tigen, wie Moose, Sedumarten, Kr√§uter und Gr√§ser verwendet. Extensivbegr√ľnungen zeichnen sich durch eine verh√§ltnism√§√üig einfache Herstellung, geringe Aufbauh√∂he und geringes Gewicht aus. Sie sind daher auch insbesondere f√ľr den Sanierungsbereich geeignet. Extensiv begr√ľntes Flachdach Einfache Intensivbegr√ľnungen Als einfache Intensivbegr√ľnung bezeichnet man eine Begr√ľnung mit Gr√§sern, Stauden und Geh√∂lzen. Im Vergleich zur Extensivbegr√ľnung stellen diese Pflanzen bereits h√∂here Anforderungen an die Vegetationstragschicht und die Wasser- und N√§hrstoffversorgung. Sowohl der Herstellungsaufwand als auch die Schichtdicke und entsprechend das Gewicht sind deutlich h√∂her. Des Weiteren steigt mit dem Anspruch bzw. den Anforderungen der Pflanzen auch der Pflegebedarf. Einfach intensiv begr√ľntes Flachdach Einfach intensiv begr√ľntes Flachdach-Konstruktionsprinzip Intensivbegr√ľnungen Als Intensivbegr√ľnung bezeichnet man eine Begr√ľnung mit aufw√§ndigeren Pflanzungen, wie Stauden und Geh√∂lzen und gelegentlich auch B√§umen. Diese Begr√ľnungsart bietet die vielf√§ltigsten Nutzungs- und Gestaltungsm√∂glichkeiten. Im Vergleich zur Extensiv- und einfachen Intensivbegr√ľnung stellen diese Pflanzen h√∂chste Anforderungen an die Vegetationstragschicht und die Wasser- und N√§hrstoffversorgung. Sowohl der Herstellungsaufwand als auch die Schichtdicke und entsprechend das Gewicht sind deutlich h√∂her. Des Weiteren steigt mit dem Anspruch bzw. den Anforderungen der Pflanzen auch der Pflegebedarf. Intensiv begr√ľntes Flachdach Intensiv begr√ľntes Flachdach-Konstruktionsprinzip Abdichtungsstoffe Bei Abdichtungen im Flachdachbereich muss die Auswahl der Abdichtungsstoffe einerseits sowohl bei ungenutzten als auch genutzten Dachfl√§chen f√ľr den Verwendungszweck geeignet und andererseits auf die Unterlage, z. B. den D√§mmstoff, die tragende Dachkonstruktion, abgestimmt sein. Man unterscheidet Dachabdichtungsstoffe in bitumin√∂se Abdichtungen und Kunststoffabdichtungen, wie: Bitumenbahnen (Tr√§gereinlagen mit beidseitigen Bitumen-Deckschichten) Gussasphalt Polymerbitumenbahnen (Elastomerbitumenbahnen PYE und Plastomerbitumenbahnen PYP ) Kunststoff- und Kautschuk-Dichtungsbahnen Die genormten Werkstoffe f√ľr Abdichtungen sind in nachfolgenden Tabellen aufgelistet: Tabelle Polymerbitumen-Schwei√übahnen Tabelle Polymerbitumen-Dachdichtungsbahnen Tabelle Bitumen-Schwei√übahnen Tabelle Bitumen-Schwei√übahnen Tabelle Dachdichtungs- und Bitumenbahnen Tabelle Dachdichtungs- und Bitumenbahnen Au√üer diesen genormten Bahnen haben sich Bitumenbahnen und Polymerbitumenbahnen mit Verbundtr√§gereinlagen in der Praxis bew√§hrt. Verarbeitung Tabelle 16 Ausf√ľhrungsbeispiele f√ľr geschlossene Geb√§ude bis 20 m Geb√§udeh√∂he Die Verarbeitung der einzelnen Abdichtungsstoffe wird nach Materialien unterschieden: Bitumenvoranstrich und Bitumenklebemasse Bitumenvoranstrich wird durch Streichen, Rollen oder Spritzen vollfl√§chig auf den besenreinen Untergrund aufgetragen. Vor der Verarbeitung m√ľssen weitere Dachaufbauschichten ausreichend durchgetrocknet sein. Hei√ü zu verarbeitende Bitumenklebemassen werden je nach Bitumensorte mit einer Verarbeitungstemperatur von ca. 200 ¬įC aufgetragen. Temperaturen √ľber 230 ¬įC sollten bei der Aufbereitung der Klebemasse vermieden werden. Bitumenklebemassen auf Deckanstrich Dampfsperre und Ausgleichsschicht Eine Dampfsperre dient dazu die Wasserdampfdiffusion in den Dachaufbau zu verhindern bzw. zu vermindern. Sie ist entsprechend des zu erwartenden Temperaturgef√§lles zwischen innen und au√üen und des zu erwartenden Feuchtigkeitsanfalls zu w√§hlen. Bei der Verwendung von Bitumenbahnen mit Metallbandeinlage und Metall-Kunststoff-Verbund-Einlage werden hohe Dampfsperrwirkungen erreicht. Diese Bahnen werden im Gie√üverfahren mit Hei√übitumen vollfl√§chig auf einer Ausgleichsschicht aufgebracht. Dampfsperrbahnen, wie Schwei√übahnen, k√∂nnen die Funktion der Ausgleichsschicht unmittelbar √ľbernehmen, wenn sie teilfl√§chig verklebt, lose verlegt oder mechanisch befestigt werden. Aufgrund ihrer riss√ľberbr√ľckenden Eigenschaften k√∂nnen schwei√übare Dampfsperrbahnen mit Deckschichten aus Polymerbitumen auch vollfl√§chig aufgeschwei√üt werden. Bitumenbahnen Dachabdichtungen k√∂nnen voll- oder teilfl√§chig auf dem Untergrund verklebt, mechanisch befestigt oder lose verlegt werden. Die Forderungen nach DIN 1055 gegen das Abheben durch Windsog m√ľssen dabei ber√ľcksichtigt werden. Die einzelnen Lagen sollten mit Quernahtversatz verlegt werden; ihre √úberdeckung an L√§ngs- und Quern√§hten sollte mind. 8 cm betragen. Bei einer mehrlagigen Abdichtung werden die Bahnen versetzt angeordnet. Anordnung der Oberlage bei fabrikm√§√üig bestreuten Bahnen Anordnung der Bahnen Schwei√üverfahren (Schmelzverfahren) Beim Schwei√üverfahren werden die zu verklebenden Bitumenbahnen aufgeschmolzen und unter leichtem Druck so eingerollt, dass sie vollfl√§chig mit dem Untergrund verkleben. In Anschlussbereichen kann eine solche Verklebung auch im Umklappverfahren durchgef√ľhrt werden. Dabei werden die Bahnen beispielsweise in meterbreiten Abschnitten vor Ort ausgelegt, die R√ľckseite ganzfl√§chig angeschmolzen und der Abschnitt umgeklappt und angedr√ľckt. Bei Arbeiten mit offener Flamme sind Vorsichtsma√ünahmen zu treffen! Schwei√üverfahren Gie√üverfahren Beim Gie√üverfahren werden Dachdichtungs- und Dachbahnen verwendet. Dabei wird die Hei√übitumenklebemasse reichlich vor der Bahn aufgegossen, so dass beim Einrollen der Bahn vor der Rolle in ganzer Bahnenbreite ein Klebemassenwulst entsteht. An den Bahnenr√§ndern wird das austretende Klebebitumen glattgestrichen. Bei fabrikm√§√üig bestreuten Bitumenbahnen wird das an der sichtbaren Kante herausgequollene Bitumen entweder durch geeignete Ma√ünahmen entfernt oder mit dem gleichen Bestreuungsmaterial eingestreut. Gie√üverfahren B√ľrstenstreichverfahren Beim B√ľrstenstreichverfahren werden Dachdichtungs- und Dachbahnen verwendet. Dabei wird Hei√übitumenklebemasse vor die Bahn in B√ľrstenstrichbreite quer zur Verlegerichtung aufgetragen, so dass beim Einrollen der Bahn vor der Rolle in ganzer Bahnenbreite ein Klebemassenwulst entsteht. An den L√§ngs- und Querr√§ndern muss die Bitumenklebemasse sichtbar heraustreten. Bei Unter- und Zwischenlagen wird das austretende Klebebitumen glattgestrichen. Bei fabrikm√§√üig bestreuten Bitumenbahnen wird das an der sichtbaren Kante herausgequollene Bitumen entweder durch geeignete Ma√ünahmen entfernt oder mit dem gleichen Bestreuungsmaterial eingestreut. Kaltselbstklebeverfahren Beim Kaltselbstklebeverfahren werden kaltselbstklebende Polymerbitumenbahnen verwendet. Durch Abziehen der unterseitigen Trennschicht wird die Bahn unter Druck teil- oder vollfl√§chig aufgeklebt. Dabei ist darauf zu achten dass der Untergrund geeignet und entsprechend vorbereitet ist. Kaltselbstklebeverfahren Nagelung Dampfsperre oder die erste Lage der Abdichtung werden auf Holzschalung oder -werkstoffen im Bereich der √úberdeckung verdeckt mit verzinkten Breitkopfstiften befestigt. Dabei sollte der Nagelabstand 5 - 10 cm betragen, √úberdeckungen sind zu verkleben. Auf anderen nagelbaren Unterkonstruktionen sind entsprechende Spezialn√§gel zu verwenden. Nageln der 1. Lage Mechanische Befestigungen Bei mechanischen Befestigungen wird nur die erste Lage einer Dachabdichtung mechanisch befestigt, die weiteren Lagen werden nach einem der beschriebenen Verfahren aufgeklebt. Nur bei einlagigen Dachabdichtungen aus Polymerbitumenbahnen wird die Abdichtungslage selbst mechanisch befestigt. Daf√ľr werden je nach Untergrund entsprechende Befestigungsmittel, wie z. B. Breitkopfstifte, Tellerd√ľbel, Schrauben, Laschen oder Metallb√§nder verwendet. Mechanische Befestigung auf Stahltrapezprofilen Bauphysikalische und technische Anforderungen Bei den bauphysikalischen Anforderungen an Dachabdichtungen steht ein ausreichender Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit im Vordergrund. Des Weiteren m√ľssen Dachabdichtungen extrem witterungsbest√§ndig sein; dies gilt vor allem f√ľr UV-Licht aufgrund direkter Sonneneinstrahlung und gro√üe Temperaturdifferenzen bzw. -spannungen, wie z. B. an Tagen, an denen es morgens gefroren ist und mittags die Sonne scheint oder wenn ein kalter Gewitterregen inkl. Hagel auf eine sehr hei√üe Dachhaut trifft. Aber auch die Luftdichtheit und eine Verhinderung von W√§rmebr√ľcken und der Bildung von Tauwasser der gesamten Dachkonstruktion, auch durch die Wahl aufeinander abgestimmter geeigneter Materialen, spielt eine wichtige Rolle.


Quelle: HeinzeBauOffice

Dachabdichtungen - Mängel

Bei M√§ngeln und Sch√§den an Abdichtungen bei Flachd√§chern muss einerseits nach dem Konstruktionsprinzip des Daches und andererseits nach Sch√§den aufgrund falscher Planung, mangelhafter Ausf√ľhrung, Materialerm√ľdung und Witterungseinfl√ľssen unterschieden...


Flachdach Einleitung Bei M√§ngeln und Sch√§den an Abdichtungen bei Flachd√§chern muss einerseits nach dem Konstruktionsprinzip des Daches und andererseits nach Sch√§den aufgrund falscher Planung, mangelhafter Ausf√ľhrung, Materialerm√ľdung und Witterungseinfl√ľssen unterschieden werden. Die vorhandene Dachkonstruktion, also entweder ein- oder zweischalig, wirkt sich nicht direkt auf die entstandenen M√§ngel bzw. Sch√§den aus, deren Auswirkungen zeigen sich in der Regel jedoch bei dem zweischaligen Aufbau durch die vorhandene L√ľftungsebene und den dadurch h√∂heren Dachaufbau deutlicher. Dies gilt vor allem f√ľr Abdichtungen an aufgehende Bauteile und Randabschl√ľsse. Im Gegensatz zu den einschaligen Flachd√§chern treten bei zweischaligen Konstruktionen zus√§tzlich auch Undichtigkeiten im Bereich der Schalungen auf. Netzartige Risse / Verspr√∂dung / Schrumpfung Die so genannte Krokodilhautbildung zeigt sich an der Oberfl√§che bitumin√∂ser Dachabdichtungsbahnen in Form netzartiger Risse. In der Regel folgt eine zunehmende Verspr√∂dung bzw. Schrumpfung bis hin zu einem Verlust der Materialdicke der Bitumenbahn und demzufolge einem Blo√üliegen der Einlagen. Solche Sch√§den zeigen sich vor allem im Altbaubestand bei Bitumendachh√§uten, die nackt und/oder ohne ausreichenden Oberfl√§chenschutz dauerhaft der Witterung ausgesetzt waren. Risse Bildung von Blasen und / oder Wellen Zu einer Blasen- bzw. Wellenbildung kommt es vor allem bei Dachabdichtungsbahnen mit einer Tr√§gereinlage aus nicht dauerhaft feuchtigkeitsbest√§ndigen Stoffen, wie z. B. Rohfilzpappe, die vor allem bei Flachd√§chern ohne oder mit Gegengef√§lle langanhaltender Wasserbelastung ausgesetzt sind. Dachabdichtungsbahnen mit Metallbandeinlagen dehnen sich bei extremen Temperaturwechseln so stark aus, dass es zu Wellen in den Bahnen und Undichtigkeiten an den St√∂√üen kommen kann. Glasvlieseinlagen in Bitumendachbahnen verf√ľgen aufgrund einer sehr geringen Zugfestigkeit √ľber keine praktische Dehnf√§higkeit, was bei niedrigen Temperaturen schnell zu Rissen in der Dachhaut f√ľhren kann. Bei Einlagen aus Glasvlies oder Glasgewebe kann es zudem im Bereich von stehendem Wasser von den Bahnenkanten aus zu einer kapillaren Einleitung von Wasser (Dochtwirkung) kommen, die zu einer alkalischen Reaktion und Sch√§digung der Tr√§gereinlagen f√ľhren kann. Wellen Mangelhafter Anschluss an aufgehende Bauteile Zu den typischsten Sch√§den im Bereich von Abdichtungen geh√∂ren mangelhafte Ausbildungen der Anschl√ľsse an aufgehende Bauteile. Dabei handelt es sich meist um Attiken, aber auch um Anschl√ľsse an Kamine, Dachaufbauten, Br√ľstungen oder bestehende Nachbargeb√§ude. Als Ursache der h√§ufigen Sch√§den an diesen Detailpunkten gelten in der Regel falsche Planungen und eine entsprechend falsche Ausf√ľhrung, die nicht zur Herstellung einer dauerhaft wasserdichten Abdichtung des √úbergangs zwischen Dachhaut und aufgehendem Bauteil ausreicht. Weitere typische M√§ngel und Sch√§den im Anschlussbereich an aufgehende Bauteile entstehen durch: unzureichende √úberdeckung der Dichtungsbahnen unzureichenden Abstand der Dichtungsbahnen √ľber der so genannten wasserf√ľhrenden Schicht starke Belastung aufgehender Bauteile durch Spritzwasser infolge stauenden Wassers Mangelhafter Anschluss Mangelhafter Abschluss an Bauteilr√§ndern Bei schad- bzw. mangelhaften Randausbildungen ist aufgefallen, dass diese Sch√§den bzw. M√§ngel deutlich vermehrt bei Flachd√§chern mit innenliegender Dachentw√§sserung entstehen. Wird die Dachentw√§sserung au√üen, also im Bereich dieser Abschlusspunkte gef√ľhrt, scheint die Abdichtung und auch die Andichtung an die Rinnen sorgf√§ltiger geplant und ausgef√ľhrt zu werden. Zu den am h√§ufigsten wiederkehrenden Fehlern geh√∂ren: mangelhafte oder nicht vorhandene Randaufkantung der Dachhaut kein Schutz der Abdichtungsbahn im Randbereich mangelhafte Abdeckungen der Attika K√§ltebr√ľcken im Bereich auskragender Deckenplatten Mangelhafter Abschluss Sonstige typische M√§ngel Weitere M√§ngel und Sch√§den an Dachabdichtungsbahnen entstehen auch durch eine unzureichende Sicherung gegen Windsog gem√§√ü DIN 1055 wenn ganze Bahnen dadurch abgehoben werden. Des Weiteren sollten sowohl Verschmutzungen als auch Pflanzenbewuchs bei regelm√§√üigen Kontrollen entfernt werden, da sie schnell M√§ngel verursachen k√∂nnen. Verschmutzung Typische M√§ngel an begehbaren Flachd√§chern / Dachterrassen Zu den typischen M√§ngeln bzw. Sch√§den an begehbaren Flachd√§chern, die meist als Dachterrassen genutzt werden, geh√∂ren neben den bereits beschriebenen allgemein g√ľltigen besonders eine nicht gen√ľgend belastbare D√§mmung, die vor allem bei einer punktuellen Belastung durch Stelzlager einsinkt, aber auch Sch√§den an den Bel√§gen, in der Regel Fliesen und Platten, die aufgrund der zu weichen D√§mmung rei√üen, was zu Verletzungen der Dichtungsbahnen und daraus resultierend zu einer Durchfeuchtung der D√§mmung f√ľhren kann. Auch eine nicht ausreichende Frostbest√§ndigkeit der Bel√§ge oder eine mangelhafte Verlegung von keramischen Fliesen und Platten kann zu Sch√§den aufgrund eindringender Feuchtigkeit und Frostabplatzungen, bis hin zu Alkalisilikatbildung f√ľhren. Vor allem im Altbaubestand wurden auch oft kleine Flachdachbereiche, die als Dachterrasse genutzt wurden, nicht wirklich als solche betrachtet, was dazu f√ľhrte, dass Abdichtungen nicht entsprechend ausgebildet und auf eine W√§rmed√§mmung teilweise sogar v√∂llig verzichtet wurde. Durch die daraus resultierenden W√§rmebr√ľcken und das anfallende Tauwasser kommt es in solchen Bereichen immer wieder zur Schimmelbildung. Typische M√§ngel an befahrbaren Flachd√§chern / Parkdecks, Parkterrassen Zu den typischen M√§ngeln bzw. Sch√§den an befahrbaren Flachd√§chern, die dann meist als Parkdeck, Parkdach oder Hofkellerdecke genutzt werden, geh√∂ren neben den bereits beschriebenen allgemein g√ľltigen besonders eine nicht gen√ľgend belastbare D√§mmung, die vor allem bei einer starken Verkehrsbelastung einsinkt, aber auch Sch√§den an den Bel√§gen und tragenden Unterkonstruktionen durch eine zu geringe Belastbarkeit. Bitumin√∂se Bel√§ge, die neben den bereits extremen Witterungsbeanspruchungen auch noch √Ėl, Benzin und anderen chemischen Mitteln ausgesetzt sind, sind ebenfalls deutlich in ihrer Dauerhaftigkeit eingeschr√§nkt. Typische M√§ngel an begr√ľnten Flachd√§chern Bei begr√ľnten Flachd√§chern kommt es vor allem bei intensiv begr√ľnten D√§chern durch die Bearbeitung der Vegetationsschicht h√§ufig zu Verletzungen der Dachabdichtungsbahnen und/oder der D√§mmung. Ebenso kommt es bei der Verwendung ungeeigneter Abdichtungsbahnen, womit man im Altbaubestand durchaus rechnen muss, auch vor allem an den Bahnenst√∂√üen zu Durchwurzelungen. Eine erh√∂hte Schadensanf√§lligkeit tritt durch Anstaubew√§sserung bei gef√§llelosen D√§chern auf. Auch eine √úberlastung und ein daraus resultierender Einbruch der D√§mmschicht und somit auch eine Verletzung der Abdichtung infolge einer starken Windbeanspruchung hochw√ľchsiger Pflanzen oder aufgrund immer gr√∂√üer werdenden Wurzelballen ist m√∂glich. Besch√§digungen bei begr√ľnten Dachfl√§chen


Quelle: HeinzeBauOffice

Dachabdichtungen - Analysen

Eine Schadens- und Zustandsanalyse bei Abdichtungen an Flachdächern erfolgt durch eine Dokumentation vorhandener Schäden mit Hilfe einer Kartierung und...


Aufma√ü vor Ort Eine Schadens- und Zustandsanalyse bei Abdichtungen an Flachd√§chern erfolgt durch eine Dokumentation vorhandener Sch√§den mit Hilfe einer Kartierung und Fotos. Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden: Gef√§lle- und Entw√§sserungssituation An- und Abschl√ľsse Durchfeuchtung Bei Undichtigkeiten, die sich an der Oberfl√§che nicht erkennen lassen, sondern sich bereits durch die Unterkonstruktion z. B. im Bereich von Decken abgezeichnet haben, sollte die Konstruktion ge√∂ffnet werden, um das Ausma√ü des Schadens erkennen zu k√∂nnen.


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Dachabdichtungen - Maßnahmen

Abhängig von Zustand, Art und Belastung einer Dachabdichtung ist zu entscheiden, welche Maßnahmen in Anspruch genommen werden sollten.


Einleitung Abh√§ngig von Zustand, Art und Belastung einer Dachabdichtung ist zu entscheiden, welche Ma√ünahmen in Anspruch genommen werden sollten. Nach einer Inspektion stehen eine Wartung, Instandhaltung und Erneuerung zur Wahl. Erneuerungsarbeiten lassen sich je nach Aufwand und Schadensgr√∂√üe unterteilen: √úberarbeitung von Einzelfehlstellen Einlagiges √úberarbeiten der Dachabdichtung Ma√ünahmen unter Beibehaltung vorhandener Dachabdichtungen Um nach den entsprechenden Ma√ünahmen eine dauerhafte Funktionst√ľchtigkeit zu sichern, sollte auch ein entsprechender Oberfl√§chenschutz vorgesehen werden. Inspektion / Wartung Das Dach ist das am st√§rksten belastete Bauteil eines Geb√§udes. Es muss sowohl den nat√ľrlichen Witterungsprozessen als auch extremen Belastungen aus W√§rme und K√§lte, wie schnellen Temperaturwechseln, z. B. Gewitterregen w√§hrend eines hei√üen Sommertages, Hagel, Eis und Schnee, widerstehen. Eine zus√§tzliche Belastung eines Daches stellen Schmutzablagerungen und Pflanzenwildwuchs dar. Die Funktionsf√§higkeit einer Dachabdichtung l√§sst sich durch regelm√§√üige Inspektionen , evtl. mit notwendigen Wartungen verbunden, langfristig sichern. Zeitliche Festlegung solcher Arbeiten sind nur bedingt m√∂glich, weil die Beanspruchung weitgehend von Konstruktion, Lage und Neigung des Daches aber auch Umwelteinfl√ľssen abh√§ngt. Instandsetzungs- und Erneuerungsarbeiten Wenn M√§ngel und Sch√§den behoben werden m√ľssen, sind Instandsetzungs- und Erneuerungsarbeiten erforderlich. Im Rahmen der anfallenden Arbeiten k√∂nnen zus√§tzlich wertverbessernde Ma√ünahmen, wie Erh√∂hung des Qualit√§tsniveaus Verbesserung des W√§rme- und Schallschutzes Ber√ľcksichtigung √∂kologischer Gesichtspunkte (z. B. Dachbegr√ľnung) festgelegt werden. Das Hauptziel von Instandsetzungen ist grunds√§tzlich die Wiederherstellung eines funktionsf√§higen Dachaufbaus. Die erforderlichen Arbeiten m√ľssen genau auf den Ist-Zustand des Daches und die vorhandenen M√§ngel und Sch√§den abgestimmt werden. Als wertverbessernde Zielsetzung der Instandsetzung und Dacherneuerung kann die Modernisierung eines vorhandenen Dachaufbaus sein. Dabei sollte auch auf die Einhaltung einschl√§giger Vorschriften, wie z. B. der EnEV, geachtet werden. √úberarbeitung von Einzelfehlstellen Durch Aufschwei√üen oder Aufkleben von Polymerbitumenbahnen, die ein- oder mehrlagig verlegt werden, k√∂nnen einzelne Fehlstellen beseitigt werden. Einlagiges √úberarbeiten der Dachabdichtung Eine Verl√§ngerung der Funktionsdauer einer funktionsf√§higen Dachabdichtung kann durch Aufbringen einer weiteren Lage, z. B. einer beschieferten Polymerbitumenbahn, erreicht werden. Ein vollfl√§chiges Aufkleben ist nur m√∂glich, wenn nicht mit Feuchtigkeit in der vorhandenen Dachabdichtung gerechnet werden muss. Erneuerung der Dachabdichtung Ist im Gegensatz zu den darunter liegenden Schichten nur die Dachabdichtung nicht mehr funktionsf√§hig, aber ein ausreichendes Gef√§lle zur Ableitung des Niederschlagswassers vorhanden, kann sie nach einer entsprechenden Vorbereitung, wenn sie sich im neuen Schichtenaufbau nicht sch√§digend auswirken kann, erneuert werden. Ma√ünahmen unter Beibehaltung vorhandener Dachabdichtungen Bestehende Dachabdichtungen m√ľssen f√ľr die Verlegung einer neuen Dachabdichtung mit oder ohne Zusatzd√§mmung geeignet sein. Entsprechende Voruntersuchungen, wie √úberpr√ľfen der Weiterverwendbarkeit vorhandener Dachschichten, Untersuchung der Vertr√§glichkeit zwischen den vorhandenen und neu aufzubringenden Schichten, Ermittlung des Zustands und der Tragf√§higkeit der vorhandenen Dachunterkonstruktion - insbesondere wenn die Dachlast erh√∂ht werden soll, √úberpr√ľfung des vorhandenen Dachaufbaus nach EnEV, √úberpr√ľfung des W√§rmeschutzes der bauphysikalischen Eigenschaften des neuen Dachaufbaus, Pr√ľfung der Gef√§lle- und Entw√§sserungssituation, Pr√ľfung der Funktionst√ľchtigkeit von An- und Abschl√ľssen (auch hinsichtlich weiterer Eignung), k√∂nnen dazu notwendig sein. Vorbereitende Ma√ünahmen: Schmutzablagerungen sind zu entfernen, die Dachfl√§che ist zu reinigen Vorhandene Wellen, Blasen und Falten sind aufzuschneiden und abzusto√üen Fehlstellen k√∂nnen ausgeglichen werden Gr√∂√üere Risse sind mit Schleppstreifen abzudecken Der Zustand des Untergrundes oder die anzuwendende Klebetechnik k√∂nnen einen Voranstrich oder eine Grundierung erforderlich machen. Neue und vorhandene Dachschichten m√ľssen untereinander und mit der Tragkonstruktion positionsstabil und lagesicher verbunden werden. Oberfl√§chenschutz Ein Oberfl√§chenschutz dient vor allem dazu, die Dachhaut vor Witterungseinfl√ľssen und mechanischen Beanspruchungen zu sch√ľtzen. Die Art des Oberfl√§chenschutzes ist von der Dachneigung, den statistischen Erfordernissen und der Nutzung abh√§ngig. Es wird zwischen leichtem und schwerem Oberfl√§chenschutz und Nutzschichten unterschieden.


Quelle: HeinzeBauOffice

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